Deutscher Gewerkschaftsbund

Berlin-Brandenburg

Tipps für Soloselbstständige Studierende

von Josefin Falkenhayn

Tipps für soloselbstständige Studierende

@FabianSchmidt/Canva

Während der Schutz von abhängig-beschäftigten Werkstudierenden relativ weitreichend durch gesetzliche Regelungen gedeckt wird, schauen Solo-Selbstständige in die Röhre. Ohne Aufträge gibt es für sie kein Einkommen. Schon regulären Solo-Selbstständigen wird oft der Zugang zur freiwilligen Arbeitslosenversicherung verwehrt – sie befürchten nun Hartz-IV beantragen zu müssen. Vollzeit-Studierenden ist nicht mal das möglich.

Der DGB forderte schnelle, unbürokratische Hilfen für Solo-Selbstständige auf den Weg zu bringen. Die Bundesregierung hat am Montag Hilfen beschlossen – ob diese unbürokratisch sind, darüber lässt sich streiten. Um die Leistungen in Anspruch nehmen zu können, muss durch eine Vermögensauskunft nachgewiesen werden, dass wegen Corona ohne die staatlichen Zuschüsse die eigene Existenz gefährdet ist. Man ist also verpflichtet, vorher zu prüfen, ob die Situation nicht auch aus eigenen oder z.B. den Mitteln des ALG II oder Wohngeld gestemmt werden kann. Sollte der Antrag aber genehmigt werden, winken Zuschüsse von bis zu 5.000€ für drei Monate, die nicht zurückgezahlt werden müssen. Die Anträge werden bei den Ländern und Kommunen gestellt.

Es gibt aber auch andere Wege, den eigenen wirtschaftlichen Schaden geringer zu halten. Falls Ihr freiwillig versichert seid, könnt euch zum Beispiel an eure Krankenkasse wenden. Dort gibt es Anträge, um euren Beitrag zu senken, wenn ihr jetzt deutlich weniger verdient. Die Techniker Krankenkasse bietet sogar eine Stundung der Beiträge an, für Selbstständige die aufgrund der Corona-Krise in finanzielle Schwierigkeiten geraten.

Es kann sich ebenfalls lohnen, zu prüfen, ob ein Teil der Auftraggeber euch nicht trotzdem bezahlen muss. In manchen Honorarverträgen ist ein Ausfallhonorar geregelt. Vielleicht findet ihr auch einvernehmliche Lösungen. Infos dazu findet ihr bei der Selbstständigen-Beratung von ver.di.

Solltet ihr euch gerade selbst in einer behördlich angeordneten Quarantäne befinden, könnt ihr mit einer Frist von 3 Monaten Entschädigungsansprüche geltend machen. Diese orientieren sich am Durchschnittsgewinn des Vorjahres. Informationen dazu erhaltet ihr bei dem für euch zuständigen Gesundheitsamt.

Und nicht vergessen: Auch als Selbstständige müsst ihr keine Einzelkämpfer*innen sein. Tut euch zusammen und kämpft für eure Interessen. Ver.di organisiert zurzeit mehr als 30.000  Solo-Selbstständige. Es lohnt sich also für euch, bei ver.di vorbeizuschauen!

von Josefin Falkenhayn - Mitglied der Bundes-AG Studierende von ver.di

 

Weitere Infos für Studierende in Zeiten von Corona findet ihr hier.  

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