Deutscher Gewerkschaftsbund

Berlin-Brandenburg

Qualifizierte Jugendarbeit gibt's nicht für ein Taschengeld - Reloaded

Der Landesjugendplan in Brandenburg muss aufgestockt werden

„Qualifizierte Jugendarbeit gibt es nicht für ein Taschengeld.“ – Mit diesen Worten kommentierten wir im Winter die Debatte zur Unterfinanzierung der Jugendarbeit in den Berliner Bezirken. Jugendarbeit findet allerdings nicht nur in öffentlicher Trägerschaft statt, sondern auch und gerade in Jugendverbänden.

Selbstorganisation, Mitbestimmung, Ökologie, eine solidarische und gerechte Welt, Arbeit gegen Rechtsextremismus aber auch Erwachsenwerden, Beziehungen zwischen den Geschlechtern oder Bewerbungstraining, Multimedia, Rhetorik... Die Liste der Themen, mit denen sich Jugendliche in Jugendverbänden beschäftigen, ist so umfangreich wie die Themen, für die sich Jugendliche interessieren, und die Ideen, die sie einbringen.

Jugendverbände zeichnen sich durch Freiwilligkeit, Selbstorganisation und Selbstbestimmung aus. Jugendverbandsarbeit hat neben Erziehung und Bildung, Geselligkeit und Freizeitgestaltung, Hilfe und Beratung die Aufgabe, die Interessen von Jugendlichen in allen Bereichen gegenüber Staat und Gesellschaft zu vertreten. Dies bedeutet, sich in alle politischen Prozesse und Entscheidungen einzumischen, die die Interessen junger Menschen berühren.

Das alles gibt’s aber nicht für lau. Auch Jugendverbandsarbeit will finanziert werden. Die Finanzierung der Jugendverbandsarbeit wird durch öffentliche Mittel sichergestellt, in Brandenburg durch den Landesjugendplan. Der Landesjugendplan wird im Zuge der Haushaltsverhandlungen nach den Landtagswahlen am 14. September 2014 wieder Thema im Brandenburger Landtag sein.
Leider ist es aber so, dass trotz aller wohlfeilen Sonntagsreden auch für die Brandenburger Jugendverbandsarbeit nur die Krümel vom zu verteilenden Kuchen übrigbleiben. So standen im letzten Haushalt für die Jugendverbandsarbeit bei einem Haushaltsvolumen von 10 Milliarden Euro gerade mal 10 Millionen zur Verfügung. Also gerade mal 1 Promille…

Die finanziellen Mittel für die außerschulische Jugendbildung und internationale Begegnungen des Landes Brandenburg sind allerdings seit vielen Jahren auf einem gleichbleibend geringen Niveau. In den letzten Jahren sind die Preise für Übernachtungen, Material, Energie etc. gestiegen, die Fördersumme für die Jugendverbandsarbeit aber wurde weitestgehend nicht erhöht. Auch wenn erfreulicherweise durch die neue Richtlinie für den Bereich außerschulische und internationale Bildung die Fördersätze (pro Tag und Teilnehmer_in) erhöht wurden, so ist doch leider die Summe der zur Verfügung stehenden Mittel nahezu gleich geblieben.

Das hat zur Folge, dass sich trotz steigendem Bedarf immer weniger Maßnahmen für immer weniger junge Menschen finanzieren lassen. Gleichzeitig steigen die Ansprüche und Erwartungen an die Wirkungen und Ergebnisse des informellen und nonformalen Lernens, z.B. durch die EU-Jugendstrategie, enorm an.

Deshalb fordern wir zusammen mit dem Landesjugendring Brandenburg, den Landesjugendplan in Brandenburg um mindestens 1,8 Millionen Euro aufzustocken, um dem erklärten Ziel „Jede_r Jugendliche in Brandenburg muss in ihrem/ seinem Leben die Möglichkeit erhalten, an mindestens einer 3-tägigen außerschulischen Bildungsmaßnahme eines Jugendverbandes teilnehmen zu können“ ein Stück näher zu kommen.